BehandlungsmöglichkeitenReagenzglasbefruchtung: IVF

Die „In Vitro Fertilisation“ (IVF) ist ein künstliches Befruchtungsverfahren, bei dem die Eizellen außerhalb des Körpers („im Reagenzglas“) befruchtet werden. Im Vergleich zur ICSI handelt es sich bei der IVF um die ursprüngliche Technik der künstlichen Befruchtung. Die Samen- und Eizellen werden im Reagenzglas zusammengeführt, bei dem Befruchtungsvorgang wird aber nicht weiter nachgeholfen. Dieses Verfahren kommt daher insbesondere dann in Frage, wenn beim Partner die Spermienuntersuchung keine  Auffälligkeiten gezeigt hat, aber bei der Partnerin z.B. die Eileiter beschädigt sind oder eine Endometriose vorliegt. Es kommt auch in Frage, wenn im Vorfeld Inseminationsbehandlung nicht zum Erfolg geführt haben und eigentlich keine Ursache für das Ausbleiben einer Schwangerschaft gefunden werden kann („idiopathische Sterilität“).

Prinzip der Behandlung

Zunächst erfolgt eine Hormonbehandlung bei der Partnerin. Diese Behandlung bewirkt, dass mehrere Eibläschen in den Eierstöcken heranreifen. Die herangewachsenen Eibläschen werden dann durch einen kleinen operativen Eingriff unter Ultraschallsicht von der Scheide aus abgesaugt (Follikelpunktion). Die Eizellen und Samenzellen werden im Anschluss im Labor in einem Reagenzglas zusammengeführt und bei 37 °C über Nacht aufbewahrt. Am nächsten Tag wird kontrolliert, ob eine Befruchtung stattgefunden hat. 2 oder 3 Tage nachdem die Eizellen gewonnen wurden, werden 2 (seltener auch 3) Embryonen wieder in die Gebärmutterhöhle zurückgesetzt (Embryotransfer).

Ablauf der Behandlung

Bevor Sie mit der Hormonbehandlung beginnen, stellen Sie sich am bei uns zur Ultraschalluntersuchung und Hormonbestimmung vor. Dies ist in der Regel am 2. oder 3. Zyklustag. Hierbei möchten wir überprüfen, ob die Ausgangsbedingungen für die Eizellreifung unter der Hormonbehandlung optimal sind. Sollte sich bei dieser Untersuchung eine Auffälligkeit (z.B. eine Zyste im Eierstock) zeigen, werden wir mit Ihnen besprechen, ob eine Behandlung in diesem Zyklus sinnvoll ist oder nicht. Evtl. werden wir empfehlen einen Zyklus abzuwarten. Fällt die Untersuchung unauffällig aus, erklären wir Ihnen noch einmal genau, wann Sie sich welche Hormone geben müssen und wann Sie zur nächsten Untersuchung kommen sollten.

Die Hormonbehandlung erfolgt mit Spritzen. Sie können sich die Spritzen aber problemlos selbst geben, da die Injektion nur in das Fettgewebe erfolgt (ähnlich wie bei Diabetikern). Alternativ kann natürlich auch Ihr Partner Ihnen diese Spritzen verabreichen. 

In der Regel erfolgt die nächste Ultraschalluntersuchung zwischen dem 8. und 10. Zyklustag. Hierbei überprüfen wir, wie viele Eibläschen heranwachsen und messen aus, wie groß die Eibläschen sind und wie hoch sich die Schleimhaut in der Gebärmutter aufgebaut hat. In Abhängigkeit von den Ergebnissen besprechen wir mit Ihnen, ob und wie die Hormonbehandlung fortgeführt werden sollte oder der Eisprung ausgelöst werden kann. Wird die Hormonbehandlung fortgeführt, ist evtl. eine weitere Ultraschallkontrolle nach 2-3 Tagen erforderlich.  

Der Eisprung wird ebenfalls mit einer Spritze ausgelöst, die Sie sich selber verabreichen können. Den genauen Zeitpunkt teilen wir Ihnen im Rahmen der Ultraschalluntersuchungen mit. Etwa 36 Stunden nachdem der Eisprung ausgelöst wurde, können wir die Eizellen aus den beiden Eierstöcken absaugen (Follikelpunktion).

Am Tag der Follikelpunktion kommen Sie morgens nüchtern in unsere Klinik. Die Entnahme der Eizellen erfolgt in einem kleinen Operationssaal wahlweise mit oder ohne Narkose. Unter Ultraschallkontrolle werden die Eizellen mit einer Nadel aus den Eierstöcken abgesaugt. Die Eizellen werden direkt an den/die Biologen/in übergeben. Nach der Entnahme bleiben Sie noch etwa 2-3 Stunden in unserer Klinik zur Überwachung bevor Sie den Heimweg antreten.

Parallel zur Eizellentnahme benötigen wir an diesem Tag eine Samenprobe. Die Eizellen und die Samenprobe werden aufbereitet und dann in einem Reagenzglas zusammengeführt. In dem Reagenzglas werden Sie in einem Wärmeschrank bei 37°C aufbewahrt. Am folgenden Tag wird überprüft, wie viele der entnommenen Eizellen befruchtet sind.

2-3 Tage nach der Eizellentnahme werden befruchtete Eizellen mit einem dünnen Kunststoffkatheter in die Gebärmutterhöhle eingespült (Embryotransfer). An diesem Tag kommen Sie morgens in unsere Klinik, können aber direkt nach dem Embryotransfer den Heimweg antreten. Der Transfer ist ein schmerzfreier Vorgang, eine Narkose ist daher nicht erforderlich. In der Regel werden zwei (maximal drei) befruchtete Eizellen in die Gebärmutterhöhle eingespült. Sollten mehr als zwei (oder drei) Eizellen erfolgreich befruchtet sein, können die überzähligen befruchteten Eizellen eingefroren werden (Kryokonservierung). Diese tiefgefrorenen befruchteten Eizellen können dann zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und in Ihre Gebärmutterhöhle eingespült werden.

2 Wochen nach dem Embryotransfer überprüfen wir anhand einer Hormonmessung im Blut, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Während dieser 2 Wochen nehmen Sie ein Medikament zur Unterstützung der Gelbkörperphase. Dies sind entweder kleine Kapseln oder ein Gel, welches Sie täglich in die Scheide einführen.

Weitere Informationen