SpezialsprechstundenAbortsprechstunde

Wenn eine Schwangerschaft wiederholt verloren wird

Wiederholte Fehlgeburten (habituelle Aborte), also mehr als zwei aufeinander folgende Fehlgeburten, betreffen etwa 1-2% aller Partnerschaften, bei etwa 3-5% der Partnerschaften treten zwei aufeinander folgende Aborte auf.

Da bei Paaren mit wiederholten Fehlgeburten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für therapierbare Ursachen vorliegt, wird nach spätestens drei aufeinander folgenden Fehlgeburten die Abklärung beider Partner empfohlen. Bestimmte Veränderungen gehen unbehandelt mit einem sehr hohen Fehlgeburtsrisiko einher, so dass eine strukturierte, sorgfältige Abklärung und Therapie notwendig erscheinen

Im Rahmen unserer Spezialsprechstunde werden daher z.T. in Kooperation mit benachbarten Fachdisziplinen etablierte Fehlgeburtsursachen - chromosomale, anatomische, hämostaseologische (die Blutgerinnung betreffend), hormonelle, autoimmunologische sowie infektionsbedingte Veränderungen – abgeklärt.

Auch bei Patientinnen mit ungeklärtem Versterben des Kindes im Mutterleib in einer höheren Schwangerschaftswoche (so genannter „intrauteriner Fruchttod“) kann eine Abklärung sinnvoll sein, um ein Wiederholungsrisiko abzuschätzen sowie ggf. eine spezifische Prophylaxe in der Folgeschwangerschaft einzuleiten.

Nach telefonischer Terminvergabe wird dabei im Rahmen der Sprechstunde zunächst in einem ausführlichen, etwa eine Stunde dauernden Erstgespräch von unserem erfahrenen Team eine sorgfältige Anamnese erhoben, d.h., die Krankengeschichte wird ermittelt und beide Partner werden über mögliche Vorerkrankungen und Einflussfaktoren befragt. Hierzu ist es wichtig, dass möglichst viele Ergebnisse von Voruntersuchungen (z.B. Operationsberichte, histologische Ergebnisse, genetische Resultate, Arztbriefe, Laborbefunde sowie sonstige Befunde, Medikamenteneinnahmen) - aber auch Unterlagen wie ein möglicherweise vorhandener Mutterpass - Berücksichtigung finden. Wir bitten daher Ratsuchende, diese Unterlagen zum Erstgespräch mitzubringen.

Es wird dann anhand von erläuternden Zeichnungen sowie eines Diagnostikplanes besprochen, welche Untersuchungen zu welchen (Zyklus-) Zeitpunkten für das betroffene Paar notwendig erscheinen. Diese Untersuchungen können zum Teil heimatnah durchgeführt werden.

Nach Vorlage aller Befunde stellt sich das Paar in aller Regel zu einem Abschlussgespräch wieder vor, in dem alle erhobenen Befunde besprochen werden. Zusätzlich erhalten alle Ratsuchenden einen an die zuweisenden Ärzte gerichteten, ausführlichen Brief in Kopie, in dem detailliert alle Befunde sowie Therapieempfehlungen vor und in einer möglichen Folgeschwangerschaft aufgeführt werden.

Gerne betreuen wir Sie nach enger Absprache mit zu den zuweisenden Kollegen in solch einer Folgeschwangerschaft mit, d.h. wir sind im Falle spezieller Fragestellungen gerne für Sie, Ihre Fragen und Anliegen dar.

Im Falle einer aktuell vorliegenden Folgeschwangerschaft bitten wir Sie, dies bei der telefonischen Anmeldung mitzuteilen; die betreuenden Ärzte (OA PD Dr. med. M. Bohlmann,  Fr. Dr. K. Baumann) werden sich dann ggfs. direkt mit Ihnen in Verbindung setzen.

 

Allgemeine Informationen

Sprechstunde: Mittwochs 13.00-16.30h (tel. Terminvereinbarung erforderlich)

Ort: Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Lübeck

Ratzeburger Allee 160

D- 23538 Lübeck

Telefonnummer zur Terminvergabe:

0451 / 500 – 4418

Faxnummer:

0451 / 500 - 5764